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YOTENGRIT

 

Yotengrit bedeutet sowohl "erste Gottheit", als auch "unendliches Ur-meer", gebildet aus dem Wort "Tengri", das in die altaischen Sprachen "Gott" bedeutet. In der Glaubenswelt unserer eiszeitlichen Ahnen war Yotengrit der Name des Ur-Geistes, der zugleich auch der alles in sich tragende Urzustand war.

Yotengrit verbannt aus sich die bösen Prinzipien und manifestiert sich als Göttin und Gott, weiblich und männlich. Damit wird der Grundstock einer dualistischen Weltanschauung geschaffen, der Dualismus der Weiblichkeit/Männlichkeit. Es unterscheidet sich vom chinesischen YING-YNG-Dualismus, noch mehr aber vom alt-iranischen Dualismus, wo Gut und Schlecht das Gleichgewicht im ewigen Kampf als Antrieb des Seins bilden.

In der philosophischen Ordnung des chinesischen Dualismus ist die Weiblichkeit passiv, die Männlichkeit dagegen aktiv. Im ungarischen Dualismus, der aus der Ideenwelt des Eiszeitmenschen errettet wurde, beinhalten Weiblichkeit und Männlichkeit gleichermaßen Aktivität, wie Passivität. Sie stehen nicht feindlich gegenüber, sonder ergänzen sich nach dem Prinzip: Mangel-Überschuss.

Diese Grundanschauung ist bestimmend für alles: für Soziallehren, die Theologie, das Rechtssystem einbegriffen.

Yotengrit, der Urgeist beinhaltet alles, hat aber weibliche Züge. Er verbannt aus sich die bösen Prinzipien, die dann die Geistesmaterie zur Bildung eines bösen Geistes, Arman genannt, liefern. Es ist außerhalb und kein Teil der dualistischen Wechselwirkung, sondern ein Störfaktor, ein Feind der Harmonie.

Die Göttin heißt in dieser Überlieferung Ukko. Ihr Symbol ist der Mond. Sie erschuf den männlichen Gott, der Gönüz heißt. Sein Symbol ist die Sonne. Das Symbol des "ungarischen Dualismus" ist der Zwillingswirbel, Wirbelwind, Wasserstrudel.

Ukko bedeutet: Erdmutter. Gönüz bedeutet: Sonnengeist. Die Religion, die sich aus dem nordischen Schamanismus zu einer dogmatischen Religion entwickelte, trug diese dualistische Weltanschauung als Quelle sämtlicher Lehrsätze in sich. Diese Religion wurde BÜÜN "Bühn" genannt. Das Wort bedeutet "Neunbann", "neun Zauber".

Die urschöpferische Erdmutter Ukko, wurde menschennah in Gestalt der Seligen Königin unter dem Einfluss des Buddhismus in chinesischer Vermittlung. Diese Göttin, als Begriff und Gestalt, entstand in dem philosophischen System YING-YANG als weiblicher Buddha. Chinesisch Ku-an-yin, japanisch Kvannon, syrjenisch "Goldene Frau", ungarisch "Selige Königin". Die ungarische christliche Kirche erklärte sie zur "Jungfrau Maria", behielt aber ihre "heidnische" Feiertage, nämlich "Obstspendende Selige Königin", bzw. "Sichler Selige Königin". Ursprünglich Buddha-Feiertage: Geburtstag und Todestag.

In dieser glaubens- und philosophischen Überzeugungswelt sind Geist und Materie keine Gegensätze, sondern nur verschiedene Erscheinungsformen derselben Energie. Auch der Geist hat Menge und Qualität. Er ist teilbar und addierbar.

Die Götter schöpfen nicht aus dem Nichts, sondern aus ihrer Geistesmaterie. Sie verwandeln Geistesmaterie in "wahrnehmbare" Materie. Die Götter, sowohl einzeln, als auch zusammen als Gottheit, sind nicht uneingeschränkt allmächtig und unfehlbar. Daher ist die "fortlaufende Schöpfung" - heute Evolution genannt - voll von Unfällen und fehlgeschlagenen Versuchen.

Die Geistesquantumslehre ermöglichte unseren Ahnen die Schöpfung von Schutzgeistern. Der Geist eines verstorbenen Helden beispielsweise, kann mit Geistesquantumspenden so gestärkt werden, dass er die Rolle eines Schutzgeistes, wie "der Gott der Ungarn" übernehmen kann.

Alles ist aus der Geistesmaterie der Gottheit. Daher ist Gott in uns und wir sind in Gott. Gottes Körper ist die Natur. Gut ist also das, was natürlich ist. Diese Erkenntnis spielt eine wichtige Rolle im Moralverständnis, aber auch in der Medizin. Im Sinne des Lehrsatzes sind sexuelle Sehnsüchte bzw. Handlungen - womit die meisten Religionen die Gläubigen erpressen -, keine Sünde. Zur Sünde werden sie gegebenenfalls durch die Art der Ausführung. Beispielsweise, wenn dadurch Schaden verursacht wird.

"Alles ist gestattet, was anderen nicht schadet!". Dieser Lehrsatz ist der urälteste Grundstock der Freiheitsideen. "Misshandele nicht, schade nicht, unterstütze, helfe!" Es ist die Grundlehre der guten Nachbarschaft - eine andere Formulierung der Nächstenliebe.

Das Seelenheil zu retten, das die unabhängige Existenz des Geistes nach dem Tod garantiert, ist unerlässlich. Nach der Überzeugung unserer Ahnen gibt es keine kollektive Schuld, daher auch keine kollektive Erlösung. Jeder Mensch trägt allein die Verantwortung für seine Missetaten. Die "Entfesselung" der menschlichen Seele, die "Erlösung", ist die innere Erleuchtung. Dazu ist es wichtig, das Wissen zu mehren und die Gefühlswelt zu bereichern.

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass nicht der Tod der Gegensatz zum Leben ist, sondern die Geburt. Die Person, das Individuum ist kein Schnitt aus der Gesellschaft, sondern ein autonomer Mitgestalter der Gesellschaft, genannt Kollektive.

Kein Mensch ist EIGENTUM EINES ANDEREN Menschen. Auch in der Familie nicht. Er ist auch kein Eigentum der Gesellschaft oder des Staates. Die Geschlechter sind gleichwertig, gleichrangig, gleichberechtigt. Zwei Hälften ergänzen sich zu einem Ganzen.

Die Geistesströmung, die die Ideen der uralten BÜÜN (Bühn) Religion als "Yotengrit"-Religion weiterträgt, dogmatisiert keinerlei Gottesbild mit der Begründung: wir ahnen nur das Wesen der Urkraft, des Urgeistes, aber wir kennen es nicht.

Genau deswegen, weil sie nicht dogmatisiert, bietet diese Religion die Möglichkeit zur Bildung einer individuellen Gestaltung des religiösen Lebens, von dem philosophischen Glaubens bis hin zur Schaffung von naturalistischen Gottesvorstellungen. Sie ist auch geeignet Rahmenbedingungen für Gemeinschaftsliturgie zu bieten.

Daher können wir uns nicht leichtfertig auf Gott berufen und die eigene Konfession als einzig heilbringende proklamieren. Wir erhalten von Gott keine Tagesbefehle, wir bekommen nur Inspirationen aus der Geisteswelt. Was uns mit Gott verbindet, ist die Logik.

Eine andere weitere Orientierungshilfe ist die Erfahrung der Ahnen. Sie vermachten uns Erkenntnisse mit bleibender Gültigkeit. Ihre Soziallehre steinzeitlichen Ursprungs ist heute besonders aktuell, beispielsweise (in moderner Formulierung) das Verhältnis Kapital und Arbeitskraft betreffend. In der Projektion der dualistischen Lehre ergänzen sich Arbeitskraft und Kapital zur produktiven Schöpfungskraft. Sie sind keine Feinde. Feind ist der Parasitismus, wie in Form der Bürokratie. Die Ethik dieser Weltanschauung verbietet z.B. die Bestrafung eines Verschuldeten über die Grenzen der Rehabilitationsmöglichkeit hinaus. Ein Neuaufstieg muss sogar gefördert werden.

Weiterhin verbietet die Lehrer auch die Entlassung von Arbeitskräften im Interesse einer Profitsteigerung. Die Ahnen beantworten viele Fragen von heute aus der Entfernung von Jahrtausenden!

Das Vermächtnis der uralten Klimazonenkultur vermittelte eine westungarische Schamanensubkultur. Sie nannte sich Kormoran Orden (Káró-Katona rend). Die Mitglieder dieses Geheimbundes waren WISSER (Schamanen), Frauen sowie Männer. Der Vorsteher wurde Bácsa (sprich Batscha) genannt. Es entspricht einem Großmeister, Abt oder ähnlichem. Dieses Amt hat gegenwärtig Imre Máté inne, geweiht von seinem Vorgänger, Ferenc Nagy, der den Beinamen "Wisser" vom Volke bekam, und vom József Bendes. Máté war ein Jünger der Beiden.

Imre Máté wurde 11.12.1934 in Maglóca geboren. Nach dem Abitur in Csorna studierte er in Budapest (ELTE), wo er einer der Anführer der revolutionären Studentenschaft war. In der Revolution von 1956 kämpfte er mit der Waffe in der Hand, deswegen musste er emigrieren. Er studierte weiter in Göttingen und München. Er ist Magister der Literatur- und Sprachwissenschaften, studierte aber auch Völkerkunde, Geschichte und Archäologie.

Seine Studien ermöglichten ihm, den umfangreichen Nachlass zu ordnen, zu deuten, und zu publizieren. Er ist auch Dichter und Schriftsteller und schreibt in Deutsch und in Ungarisch. In Ungarn waren seine Bücher vier Jahrzehntelang auf der Liste der verbotenen Editionen. Der Verlag Püski veröffentlichte von ihm die Yotengrit-Bücher 1-4 (Deutsch bislang 1 Band bei Salon Literaturverlag München). In Ungarn lösten die Bücher eine geistige Bewegung aus, die zu einer Kirchengründung führte, der Kirche Yotengrit, der Urgeist der unendlichen Meere.

Diese Kirche will eine Dienstleistungs-Kirche sein, beinhaltet kein Hirte-Schaf Verhältnis, keine Abschreckung, keinen seelischen Terror. Die Schamanenprister meinen, dass eine neue Sklaverei im Vormarsch wäre, infolge von unkontrollierter Globalisation. Die Yotengrit-Geistesströmung ist geeignet, diese Entwicklung zu unterbinden.

YOTENGRIT  "1" deutsch, erschien 2006, beim
SALON Literatur VERLAG, München

E-mail: info@SALONLiteraturVERLAG.de

Copyright © 2011 Yotengrit Egyház. Minden jog fenntartva.